Dissonanz

Dissonanz bedeutet in der Musik den Missklang von Tönen. Als dissonant gilt das Zusammenspiel der Tonintervalle:

  • Grundton und kleine Sekunde
  • Grundton und Tritonus
  • Grundton und große Septime

Die Tonintervalle „Grundton und kleine Sekunde“ und „Grundton und große Septime“ haben beide einen Halbtonabstand - insofern ist es dieselbe Aussage.

Die Klassifizierung von Tonintervallen als Dissonanz ist keine feste Größe: das Empfinden von Miss- oder Wohlklang hängt von dem kulturellen und musikalischen Umfeld ab:

  • Im Laufe der abendländischen Musikgeschichte wird die Quarte wechselweise als Konsonanz und als Dissonanz betrachtet. Heute gilt sie wieder als Konsonanz.
  • Die große Septime gilt im Jazz nicht als Dissonanz, die nach Auflösung verlangt. Eine Dissonanz ist nicht nur im Jazz als stilistisches Element möglich, wenn sie sofort aufgelöst wird - also in einer Konsonanz endet. Im Jazz kann auf die Auflösung verzichtet werden.
  • Der Tritonus findet in dem Dominantseptimakkord Anwendung. In dem Vierklang tritt die Dissonanz weniger in Erscheinung als in einem Zweiklang. Auch Halbtonabstände fallen in einem Akkord nicht so auf, wie in einem Zweiklang.
  • In der indischen Musik gibt es nicht nur 12, sondern 22 Halbtöne. Damit entstehen Tonintervalle, die für westliche Ohren „schief“ klingen.

Als mehr oder weniger dissonant oder als nicht konsonant gilt das Zusammenspiel der Tonintervalle:

  • Grundton und große Sekunde
  • Grundton und kleine Septime

Beide Tonintervalle haben zwei Halbtonabstände - insofern ist es auch hier dieselbe Aussage.

Das Tonintervall aus Grundton und kleiner Septime ist ein stilbildendes Element im Blues, ebenso wie das Tonintervall von Grundton und verminderter Quinte, also dem Tritonus. Hier gelten die Dissonanzen als interessant. Neben der Kultur ist offensichtlich auch die Anzahl der gleichzeitig erklingenden Töne wichtig für das Empfinden einer Dissonanz. In einem Zweiklang tritt eine Dissonanz stärker in Erscheinung als in einem Vierklang. Außerdem können Dissonanzen über eine Kadenz aufgelöst werden und gelten dann ebenfalls als interessant.

Bereich: Musiktheorie

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Zuletzt geändert: 2009/10/29 11:17
     
 
 

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