Tonintervall

Der Abstand zwischen zwei beliebigen Tönen: c-d entspricht dem Tonintervall einer große Sekunde ebenso wie d-e. Beide Tonintervalle entsprechen einem Ganztonabstand (= 2 Halbtönen). Ein Tonintervall benötigt also keinen festen Bezugspunkt, sondern kann von jedem Ton gebildet werden. Bei den Stufendreiklängen einer Tonleiter gibt es dagegen einen festen Bezugspunkt! Abstand ist aus musikalischer Sicht der Abstand der Tonhöhen, aus physikalischer Sicht das Verhältnis der Frequenzen.

Zunächst werden die Tonintervalle der diatonischen Tonleiter betrachtet, die durch sukzessives Abzählen entstanden sind:

  • Prime
  • Sekunde
  • Terz
  • Quarte
  • Quinte
  • Sexte
  • Septime
  • Oktave
  • None (Oktave + Sekunde)

Die Logik der Namensgebung ist an dieser Stelle verständlich - unglücklich ist die Konsequenz, dass eine Prime ein Tonintervall zweier gleicher Töne (z.B. c-c) bezeichnet: also keinen Tonabstand hat. Weiterer Nachteil dieser Logik: Da die diatonischen Tonleitern aus einer Kombination von Halb- und Ganztönen bestehen, ist die Sekunde jeder Dur- und Moll-Tonleiter zwar immer eine Sekunde, aber je nach Grundton mal eine Sekunde mit einem Halbtonabstand und mal mit zwei Halbtonabständen. Deswegen wird zwischen der kleinen und der großen Sekunde unterschieden.

Bei der Terz ist es ähnlich: die kleine Terz hat drei Halbtonabstände, die große Terz vier.

Die Quarte hat dagegen immer 5 Halbtonabstände.

Die Quinte hat in nur einem Fall 6 Halbtonabstände: wenn der Ton vor der Tonika den Bezugston - also die Prime - bildet. In der C-Dur-Tonleiter wäre dieser Bezugston das b - demnach ist f die Quinte von b. Da b-c und e-f jeweils einen Halbtonabstand bilden, hat das gesamte Tonintervall 6 Halbtöne. Dieser Umstand wirkt sich auch auf die Akkordbildung aus: der entsprechende Akkord (b-d-f) hat zwar Moll-Charakter (b-d ist eine kleine Terz), aber keine reine Quinte (d-f ist ebenfalls eine kleine Terz). Deswegen wird die Quinte nicht als „kleine Quinte“, sondern als „verminderte“ Quinte bezeichnet. Folgerichtig ist der Akkord b-d-f ein so genannter verminderter Akkord - es ist der Akkord der 7.Stufe.

Bei der Sexte und der Septime ist es ähnlich wie bei der Sekunde und der Terz: unterschieden werden die kleine und große Sexte bzw. Septime.

In der folgenden Tabelle werden die Tonintervalle der C-Dur Tonleiter betrachtet, darin ist c-c die Prime und c gleichzeitig die Tonika als Bezugston der Tonintervalle.

Tonintervall Bezeichnung Synonym Halbtonabstand
c-c Prime 0
c-c# kleine Sekunde 1
c-d große Sekundeverminderte Terz2
c-d# kleine Terzübermäßige Sekunde3
c-e große Terz 4
c-f Quarteübermäßige Terz5
c-f# verminderte Quinteübermäßige Quarte, Tritonus6
c-g Quintereine Quinte, verminderte Sexte7
c-g# kleine Sexteübermäßige Quinte8
c-a große Sexteverminderte Septime9
c-a# kleine Septimeübermäßige Sexte10
c-b große Septime 11
c-c Oktave 12

Tonintervalle bezogen auf c.

In der Tabelle oben sind die Halbtonabstände nur durch Tonerhöhungen ausgedrückt - kombiniert mit Bezeichnungen, die ein nachvollziehbares Schema ergeben. Unter Synonyme sind die Bezeichnungen eingetragen, die in der Musikliteratur auch anzutreffen sind. Der Grund liegt in dem Blickwinkel, mit dem die Tonintervalle betrachtet werden. So wie die Tonart F-Dur durch ein bb (und nicht durch ein a#) notiert wird, kann eine kleine Terz durch eb (statt durch ein d#) ausgedrückt werden.

Das Tonintervall lässt sich physikalisch durch die Frequenzen der einzelnen Töne ausdrücken. Bei der Oktave besteht das Tonintervall aus einer Verdoppelung der Frequenz.

Bereich: Musiktheorie

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Zuletzt geändert: 2009/10/29 11:17
     
 
 

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